Mittwoch, 24. März 2010

Lahti Ski Games

Das ist jetzt zwar schon etwas her, aber am WE vom 6.3.2010 gab es in Lahti, südwestlich von Tampere und Finnlands Wintersportort Nr. 1, den FIS-Worldcup: Nordische Kombination, Langlauf und Skispringen. Da das ganze nicht so teuer war (25€ inkl. kleinem Essen, Eintritt und Bus) und auch mal etwas Außergewöhnlicheres war, was ich in Deutschland nicht gemacht hätte (weil einfach zu weit weg z.B.), hatte sich das glaube ich schon gelohnt.

Obwohl es nur –3 oder -5° waren, mussten wir ständig auf Schnee stehen, was nach ein paar Stunden alles andere als angenehm war und das ganze doch abends nach ner Sauna geschrien hätte, wenn wir nicht zu spät zurück gekehrt wären. Dass ich wenig vorher geschlafen hatte, hat das nicht gerade besser gemacht…

Nun gut, Deutschland hat im Teamspringen jedenfalls nicht gewonnen sondern nur den 3. Platz belegt, aber dennoch war der Ablauf und das hautnah-dabei-sein was Schönes. Ein paar Eindrücke davon mal in Bilderform:

DSCF1203 Go Finland! (wörtlich: Gut, Finnland)

DSCF1218 Der Langlaufplatz

DSCF1230 Die Skisprungschanzen, nur die linke wurde genutzt, und wegen starken Windes manchmal auch für ein paar Minuten nicht, daher wurde der 2. Durchgang einfach abgebrochen (sonst wäre die Hälfte der Leute auch erfroren).

So sieht das ganze dann von unten aus, schon ein kleiner Unterschied zum gewohnten Fernsehbild:

Abschließend gab’s noch ein kleines Feuerwerk:

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Ich hoffe mal, dass ich Anfang nächste Woche den nächsten Blogeintrag fertig habe, diesmal über ein kleines Häuschen am See mit Sauna und viel Wald drum herum…

Sonntag, 21. März 2010

Lyon, Genève, Lausanne

Eigentlich könnte ich jetzt einen finnischen Busfahrer meinen Freund nennen, wenn er 1. nicht Finne wäre (weil man so schnell nicht Freundschaften schließt) und wenn ich 2. finnisch könnte. Aber abgesehen davon war ich der einzige Fahrgast auf meiner 2-stündigen Heimreise am DI Morgen um 3:45 Uhr vom Flughafen Helsinki, die eigentlich um 1:30 Uhr starten sollte. Da ich aber erst 5 Minuten später aus dem richtigen Terminal raus kam, weil Lufthansa die Ankunftszeiten wohl etwas zu knapp angibt, durfte ich 2 Stunden verplempern und “Visit Finland”-Kataloge lesen. Wenigstens kannte ich den Winterkatalog noch nicht… Und wenigstens musste ich nicht bei -10° in Tampere nach Hause laufen, weil die ersten Busse um viertel nach 6 schon längst wieder fuhren. Und der Aussichtsturm mit der Turmspitze, die über verschiedene Farben das Wetter des nächsten Tages ankündigt, hat mir wenigstens noch einen glasklaren Tag versprochen.

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Aber nichtsdestotrotz war die vorangegangene Reise nach Lyon über München ein Erlebnis, was schon mit der sehr frühen Anreise zu tun hatte und einem wunderbaren Wetter (wie eigentlich die ganze Woche über) – was will man mehr?

DSCF1304a DSCF1306a Die zugefrorene Ostsee bei Sonnenaufgang

DSCF1322a Schneebedeckte Alpengipfel ragen aus dem Wolkenmeer hervor

Lyon ist wirklich eine schöne Stadt – ich war positiv überrascht, obwohl ich schon ein paar kurze Geschichten gehört hatte. Vor allem hatten wir Glück mit dem Wetter - an einigen Tagen war kaum eine Wolke zu sehen. Am 1. oder 2. Tag waren es zwar -2° oder um die 0° mit ein wenig Wind, aber meinen Lyonnaisern hat das wesentlich mehr zugesetzt als mir, der das glaube ich schon durch Finnland gut gewohnt ist. Ein wenig erschwerend kam hinzu, dass wir Mietfahrrad gefahren sind – für 3€ die Woche gibt es an 343 Stationen jeweils eine halbe Stunde lang kostenlos (danach 2€/Std) ein Fahrrad (wenn die Station nicht leer ist). Ein super System, was es in Deutschland ansatzweise zwar schon in manchen Städten gibt, aber Lyon zeigt, wie das richtig funktioniert. Vielleicht hat das auch dabei geholfen, den Leuten, die ich besucht habe, ein paar Sachen von der Stadt zu zeigen, die sie selber noch nicht kannten oder immer mal machen wollten ;) Auf jeden Fall hatte ich am Ende eigentlich sogar einen Tag zu viel und ich hätte einen Flug früher nehmen können, aber im Endeffekt war das nicht allzu schlimm.

Ich werde mich bei den Bildern mal auf ein paar allgemeine Eindrücke beschränken, sonst wird es zu viel:

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DSCF1489Die Kathedrale, die man oben auf dem Bild auf dem Hügel sieht

DSCF1609aUnglaublich grünes Wasser! DSCF1329aDSCF1666c

DSCF1522Man beachte die Eiszapfen…

 DSCF1669bDSCF1699aDSCF1631 DSCF1415Das sind beides keine echten Szenen, sondern Freskos auf Häuserwänden. Die gibt es in Lyon mehrmals mit unterschiedlichen Motiven, das linke ist das größte und das rechte das mit den berühmten Lyonern, z.B. dem kleinen Prinzen.

Am WE war dann ein Kurztrip nach Genf und Lausanne geplant, aber irgendwie haben mich beide Städte nicht wirklich überzeugt: Sehr überschaubare Größe und wenig Faszinierendes im Stadtbild, dazu unglaublich teuer (typisch Schweiz), aber wenigstens eine sehr hübsche Natur drum herum. Ich glaube, ich werde nicht mehr so zeitnah in die Schweiz fahren, wenn es sich nicht wirklich vermeiden lässt.

DSCF1767DSCF1713  DSCF1784 Genf + Mont Blanc. Die berühmte Wasserfontäne ist wegen zu starken Windes leider ausgeschaltet worden bevor wir in der Innenstadt waren :(

DSCF1800 DSCF1886 Lausanne + Genfer See

Das war jetzt mal ein etwas untypischer Beitrag zum ansonsten nordeuropäischen Blog, aber der nächste Beitrag wird wieder etwas finnischer.

Sonntag, 21. Februar 2010

Finnischer Winter - II

Bis gerade wurde es etwas wärmer, obwohl’s Ende Januar doch schon mal etwas kälter wurde, und, wie hier zu sehen ist, passiert das manchmal auch etwas schneller (das Wetter spielt hier ziemlich verrückt):

observations_2943_4_en 260110 (26.01.2010)

observations_2943_4_en 21-02-10 (21.02.2010)

Aber nichtsdestotrotz ist es Gott sei Dank immer noch unter 0 Grad, sodass die inzwischen kniehohen Schneemassen nicht wegschmelzen (in der Stadt wird der Schnee aber wie schon erwähnt wegtransportiert). Es liegt in Tampere so viel Schnee wie seit 1982 nicht mehr, sodass ich mir also den richtigen Zeitpunkt ausgesucht hatte ;) Vor allem, wenn man bedenkt, dass vor zwei Jahren der Winter kein Winter war und sich die Temperaturen um die 0 Grad einpendelten. Aber die –21 oder –22°, die wir manchmal wie gerade haben, sind für Tampere eher normal als ungewöhnlich. Eine Frau in der Sauna hat mir mal erzählt, dass es schon mal -39° in ihrer Kindheit Ende der ‘70er war (in Lappland -50°; sie hatte es nicht geschafft hoch zu fahren), und die bescheidenen -12° zu dem Zeitpunkt wären ja nicht gerade warm (was wirklich noch angenehm ist).

Dennoch ist der Winter immer noch wunderschön und ein Erlebnis – und zeigt vor allem auch seine interessanten Seiten:

DSCF0524 Eisblumen.

 DSCF0538Man beachte das warme Wasser und den Dampf (Außentemperatur um die -17°).

DSCF0980Zwar nur –19,0°, aber durch den ungewöhnlich starken Wind derzeit die kältesten Tage bisher; gefühlt sind das –30 bis –32°.

DSCF0986Wenn das Eis aufbricht, weil die Strömung zu stark wird oder es einen Tick zu warm wurde, kann man gut die Eisschollen an der Stromschnelle in der Innenstadt erkennen – das letzte Mal ist das Wasser da 2002/2003 zugefroren. Das hatte sich innerhalb von weniger als 6 Stunden tagsüber von einer geschlossenen Eisdecke zu dem hier entwickelt:

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DSCF0971Der kleinere Wasserfall an der Stromschnelle friert jedenfalls schon seit über 1 Monat zu…

DSCF0562Die Enten fliegen seltsamerweise in den Schnee oder wie hier auf die Wege…

DSCF0816Ein Beispiel für die meterhohen Schneeberge; im Hintergrund ein R-Kioski – eine finnische Kioskkette in Finnland und im Baltikum, die einfach alles verkauft, was man so mal zwischendurch gebrauchen kann (aber auch Konzert-, Bus-, Sporttickets) oder das, was man in deutschen Kiosken kaufen kann.

DSCF0833Auf dem Hauptfriedhof – besonders interessant sind die eingeschneiten Grabmale und die Wege zu ihnen (nicht alle werden frei geräumt). In der Winterzeit wird kein einziges Grab gepflegt.

DSCF0932Und mittlerweile liegt auch schon für manche kleineren Bäume etwas zu viel Schnee…

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Dienstag, 16. Februar 2010

Kyykkä

Kyykkä ist ein karelisches (Winter-)spiel mit 2 Teams, 80 Holzzylindern und 2 Wurfstöcken. Eine sehr witzige Sache, für die es jedes Jahr Weltmeisterschaften gibt, sowohl extra für Studenten (theoretisch aus aller Welt, obwohl sehr finnisch), als auch für andere Zielgruppen. Die Studenten-WM war letzten Samstag (13.2.) wie jedes Jahr in Hervanta, einer Planstadt vor den Toren Tamperes mit ca. 3.000 Teilnehmern, die betrunken dieses Spiel spielten, inklusive meiner Tutorin.

(Hervanta hat auch das erste Nokia-Gebäude, was ich hier bewusst gesehen habe, da die TU Tampere hier ihren Sitz hat: DSCF0867 )

Das ganze sieht so aus, wenn mans kann:

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Man muss mit dem Wurfstock mehr Zylinder aus dem Feld bewegen, als das andere Team, mit 2x4 Runden (da Seitenwechsel).

Das, was die Leute da tragen, sind die typischen Studenten-Overalls, auf die man alles näht, was man mag oder wo man mal war, wie hier:

DSCF0888

Und ganz nebenbei gabs natürlich auch die Möglichkeit, eine mobile Sauna zu besuchen:

DSCF0880

Allerdings konnte ich das am Nachmittag auch mal selbst ein paar Mal ausprobieren, wirklich ein Erlebnis!

DSCF0906 - Kopie

Mittwoch, 13. Januar 2010

Finnischer Winter

Sobald ich am Flughafen war, habe ich den finnischen Winter auch schon erleben dürfen, aber in den letzten Tagen kam ich dann mal dazu, das alles etwas intensiver zu genießen und anzufangen, damit leben zu lernen.

Im Moment wird es wieder etwas wärmer (so ca. -2° wurde es diese Woche Woche), aber es bleibt Gott sei Dank noch unter dem Gefrierpunkt: Sonst würden die 25cm Schnee noch schmelzen und das würde ich mit der jetzt doch noch schöneren Landschaft nicht vertragen ;)

In meinem Zimmer ist es warm (Zentralheizung sei Dank! – es ginge noch wärmer), und am Außenfenster sammelt sich regelmäßig Schnee an – daher wird das Lüften nun etwas umständlicher als vorher…

Aber bei um die -20° ist der See gefroren, die Autos und Busse fahren etwas langsamer, auf den Bürgersteigen liegt 3cm festgetretener Schnee und niemand läuft mehr ohne [doppelte] Handschuhe rum (nur noch ein paar Frauen ohne Mütze). Kein Mensch (außer mir 1x) trägt 2 Einkaufstaschen in den Händen durch die Gegend, Kipper-LKW’s transportieren Schnee weg, genauso wie ständig Bagger, Streufahrzeuge und Streumaschinen auf Straßen, Schienen, Bürgersteigen oder im Wald rumfahren – aber man kann noch super Fahrrad fahren oder joggen oder Drachen auf dem See steigen lassen oder auch auf den Langlaufloipen (oder auf dem See) langlaufen. Und Kinder fahren Schlitten auf steilen Waldwegen:

DSCF0316 DSCF0330 DSCF0343 Im Wald…

DSCF0358 DSCF0359 DSCF0406  In Pispala…

DSCF0440 klein DSCF0308Und am See.

Oder zur Insel im See laufen mit nem Leuchtturm drauf und in die Sauna gehen und sich danach im Schnee wälzen oder im Eisloch schwimmen (Bilder folgen davon irgendwann mal).

Bei solchen Temperaturen kann man die Eisblumen am Außenfenster mit dem Fön wegföhnen (oder weghauchen) – zwischen Innen- und Außenfenster ist es einfach zu kalt – oder kochend heißes Wasser aus dem 1. Stock schütten und bevor es auf dem Boden ankommt verdampfen sehen (wenn man das Wasser berührt verbrennt man sich auch nicht, weil die Luft so kalt ist)… (Video folgt, wenn’s wieder kälter wurde!)

Ich mag’s einfach! :D